
Lieber Kamerad!
Unsere Kameradschaft wurde im Jahre 1924 von Teilnehmern des I. Weltkrieges gegründet. Von unseren "lieben Alten" lebt leider keiner mehr. Die MKS besteht heute aus Marineangehörigen des II. Weltkrieges, der Handelsmarine und ehemaligen Soldaten der Deutschen Bundesmarine, sowie Kameraden, die sich der Seefahrt verbunden fühlen.
"Auf einem Seemannsgrab da blühen keine Rosen...". Im Angedenken ihrer, hören wir immerzu die Mahnung, ihrem Tod den Sinn und ihnen selbst die Ehre zurückzugeben, welche ihnen von denen so gerne das Wort "Pflichterfüllung" so erlebt haben, wie jeder Soldat.
Kameradschaft!
An Bord wurden darüber nie viele Worte gemacht. Laßt es uns auch heute so halten. Wir sind für eine Pflege der Kameradschaft im engeren Kreis der ehemaligen Kriegs- und anderen Marineangehörigen und für eine enge Zusammenarbeit mit allen anderen Soldatenverbänden in jenen Fragen, welche alle Kameraden betreffen. Wir haben versucht, einige Gedanken aufzuzeigen, die uns bewegen. Es sind Gedanken, die aus dem Bewußtsein eines Vermächtnisses kommen, das uns von den Toten überlassen wurde. Darum glauben wir, daß diese Gedanken A L L E berühren, welche einmal das blaue Tuch getragen haben. Es ist ein Vermächtnis, das die ehemaligen Soldaten und die KAMERADEN angeht und nichts zu tun hat mit Politik, Kastengeist oder Geschäft!
Im innersten Herzen jedes einzelnen Soldaten wird die hart erworbene und erlebte Kameradschaft des Krieges wohl stets lebendig bleiben. Jedes Kameradschaftstreffen ist ein Beweis dafür.
Wir wollen die Verpflichtung gegenüber unseren toten Kameraden erfüllen und die Kameradschaft der Lebenden aufrecht erhalten. Noch immer ist die Anerkennung der Soldaten de II. Weltkrieges sehr umstritten. Dem gegenüber müssen wir eindeutig feststellen, daß – wie immer auch die Ziele der Staatsführung gewesen sein mochten – der Soldat nicht um Eroberungen willen sein Leben in die Waagschale warf, sondern allein im ehrlichen Glauben, seiner Heimat zu dienen und das Tor zu einer besseren Welt aufzutun. In diesem Glauben sind unsere Kameraden gefallen. Die meisten sind auf See zurückgeblieben.
Es ist das Wunderbare, daß in unserer Gemeinschaft alle Gegensätze bedeutungslos werden die das Leben um uns errichtet und daß die Kameradschaft und das Einstehen für den anderen gewertet wird.